Wildbienen besser schützen durch europaweites Gütesiegel

Zum internationalen Weltbienentag am 20. Mai fordert Sebastian Everding ein europaweites Gütesiegel für Insekten- und Bienenhotels. Die meisten Produkte auf dem Markt schützen Wildbienen und viele Insekten nicht und täuschen so Verbraucherinnen und Verbraucher.

Mitteilung: Sebastian Everding, Europaabgeordneter der Partei MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei

Sebastian Everding sagt:
„Viele Menschen wissen vom Insektensterben. Sie wollen etwas dagegen tun, im Garten, auf ihrem Balkon, auf öffentlichen Flächen. Dabei werden sie leider von den Herstellern von Wildbienenhotels über den Tisch gezogen. Denn die meisten Hotels sind nur ein Fall für den Biomüll. Deshalb fordere ich ein europaweites Gütesiegel. Damit Menschen sich besser orientieren können und Insekten ernsthaft geschützt werden.“

Insekten- bzw. Wildbienenhotels stehen in vielen Gärten, auf städtischen Wiesen und selbst vor dem Europaparlament in Straßburg.
„Diese sehen gut aus, geben engagierten Menschen ein gutes Gefühl, sind aber einfach nur schlecht gemacht,“

so Everding weiter. Denn die produzierenden Betriebe verwenden Baumaterialien wie Tannenzapfen, Holzwolle oder Baumrinde für die Hotels, um die Herstellungskosten niedrig zu halten.
„Darin nisten in der Natur keine Wildbienen, deshalb bewohnen höchstens Spinnen große Teile der Hotels.“

Sebastian Everding sagt:
„Von den 550 Wildbienenarten, die allein in Deutschland leben, sind mehr als 300 akut bedroht. Das Überleben der Honigbienen ist nicht ernsthaft gefährdet. Dafür sorgt eine große Lobby von zehntausenden Imkerinnen und Imkern. Vergesst Biene Maja, redet über die schwarze Mörtelbiene und die Garten-Blattschneiderbiene! Um diese zu schützen, brauchen wir Nisthilfen, die auch funktionieren.“

Sebastian Everding abschließend:
„Was gut gemeint ist, geht leider oft am Ziel vorbei. Mit einem Prüfsiegel können wir verhindern, dass Menschen mit gutem Willen, aber ohne Wissen, ihr Geld verschwenden.“
 
Hintergrund:

Zum Gütesiegel:
Die meisten angebotenen Insekten- und Wildbienenhotels werden wegen falscher Materialen und baulicher Fehler von Insekten nicht angenommen. Ein europaweites Gütesiegel, das zusammen mit Expertinnen und Experten aus Umwelt- und Naturschutzverbänden entwickelt wird, könnte engagierte Privatpersonen und Kommunen davor schützen, ihr Geld für nicht funktionierende Produkte zu verschwenden.

Häufige Probleme der angebotenen Produkte:
Viele Nisthilfen sind viel zu flach; ideal sind z.B. Röhren mit mindestens 10cm Länge. Der Grund liegt im Geschlechterverhältnis: Wildbienen legen die weiblichen Eier in den hinteren Bereich der Röhre und die männlichen Eier weiter vorne. Sind die Röhren zu kurz, legt das Weibchen nur männliche Eier oder nutzt die Brutröhre nicht.

Weitere Probleme verursacht das verwendete Holz:
Viele Nisthilfen nutzen Bohrungen in Baumscheiben. An den dadurch entstehenden Rissen entlang der Löcher reißen sich Insekten ihre Flügel ein- oder ab und es zieht Feuchtigkeit in die Brutkammern. Außerdem sollte wegen möglicher Risse abgelagertes statt frischem Holz verwendet werden. Das Holz von Nadelbäumen ist eher kaum geeignet, da Harz aus angebohrten Harzkanälen den Bienen die Flügel verkleben kann. Die Fasern von Weichholz, z. B. von Weiden, können bei Feuchtigkeit in den Bohrgang quellen. Baumaterialien wie Ziegelsteine, Lochsteine, Gasbetonsteine sind günstig, aber die viel zu großen Löcher bleiben leer.

Nötige Begleitmaßnahmen:
Eine Nisthilfe am gepflegten englischen Rasen, ohne heimische Blüten von Wildblumen, verfehlt auch jegliche Wirkung. Das Nahrungsangebot gehört zum erfolgreichen Wildbienenschutz im eigenen Garten unbedingt dazu. Wo keine heimischen Pflanzen mit Nektar- und Pollenangebot stehen, werden sich auch keine Wildbienen ansiedeln.

Infos zu Wildbienen:
70-75 Prozent aller heimischen Wildbienenarten nisten im Boden, werden also niemals Gast eines Insektenhotels werden. Deswegen ist es so wichtig, Natur zuzulassen und Pestizide zu vermeiden.


19.5.2026
Partei Mensch Klima Tierschutz
www.tierschutzpartei.de
Bild von DerWeg auf Pixabay

 

 

Waldgeräusche erhellen das Gemüt – besonders dann, wenn sie vertraut sind

Bericht: Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

Bild von Sven Lachmann auf Pixabay

Das Hören von einminütigen Tonaufnahmen aus Wäldern wirkt sich positiv auf das kurzfristige Wohlbefinden von Menschen aus, insbesondere wenn die Aufnahmen aus heimischen Wäldern stammen. Dies ist das Ergebnis einer Studie unter der Leitung des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Die in Deutschland lebenden Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer empfanden die Naturgeräusche als beeindruckender und erholsamer, wenn diese aus heimischen Wäldern stammten statt aus den Tropen. Dagegen zeigte die zu hörende Zahl von Tierarten nur geringe Wirkung. Die Studie wurde im Journal of Environmental Psychology veröffentlicht.

Wir fühlen uns oft besser, wenn wir im Wald spazieren gehen oder Zeit im Freien verbringen. Es ist jedoch nicht klar, ob und wie die Vielfalt von Arten zu unserem Wohlbefinden beiträgt. Bislang sind die Forschungsergebnisse uneindeutig, insbesondere in Bezug auf das Hören von Biodiversität. Fühlen sich Menschen in Wäldern mit mehr Vogel- und Insektengeräuschen wohler? Spielt es eine Rolle, ob diese Klänge aus vertrauten, heimischen Wäldern stammen oder aus fernen Gegenden? … weiterlesen

Mit Wölfen leben: Würzburger Studien zeigen Wege auf

Bericht: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Rückkehr der Wölfe sorgt für Konflikte. Zwei neue Dissertationen am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Empirische Kulturwissenschaft der Uni Würzburg zeigen, wie Menschen und Wölfe künftig koexistieren können.

Wölfe leben wieder in ganz Deutschland. Die meisten Territorien befinden sich in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. „Nach den aktuellen Monitoringdaten für 2024/25 leben in Deutschland circa 219 Rudel, 43 Wolfspaare und 14 Einzeltiere“, heißt es auf den Webseiten der Bundesregierung.

Doch die Rückkehr der Wölfe bringe Probleme mit sich, besonders für die Weidetierhaltung. Zudem habe das Konfliktpotenzial mit Teilen der Bevölkerung zugenommen.

Vor diesem Hintergrund entschied der Bundesrat Ende März 2026, den Europäischen Grauwolf (Canis lupus) ins Jagdrecht aufzunehmen. Damit erhalten Bundesländer, in denen es viele Wölfe gibt, die Möglichkeit, die Bestände über die Jagd einzuhegen.

Jagd ist nur eine Strategie der Koexistenz
„Den Wolf zu bejagen, ist aber nur eine von vielen Strategien, um das Zusammenleben mit den großen Beutegreifern zu gestalten“, sagt Professorin Michaele Fenske, Leiterin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie und Empirische Kulturwissenschaft an der Universität Würzburg.

Unter ihrer Leitung wurde am Würzburger Lehrstuhl über Wölfe geforscht – im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland“. Dabei kooperierte Fenskes Team mit einem Schweizer Schwesterprojekt sowie mit Forschenden in Finnland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Portugal und Russland.

Im Kontext der Würzburger kulturwissenschaftlichen Umweltforschung (Environmental Humanities) verortet, fragten die Promovendinnen Irina Arnold und Marlis Heyer danach, was die Rückkehr der Wölfe mit den Menschen macht. Ihre exemplarischen Untersuchungsgebiete waren das Bundesland Niedersachsen und die Lausitz.

Dissertationen plädieren für Wechsel der Perspektive
Die Dissertationen der zwei Forscherinnen wurden vor kurzem veröffentlicht. Sie plädieren für einen Perspektivwechsel, der neue Wege für das Zusammenleben mit Wölfen eröffnet.

* Irina Arnolds Buch „Wo Schafe arbeiten…und Wölfe leben“ setzt sich mit den Praktiken niedersächsischer Schäfereien im 21. Jahrhundert auseinander. Die Autorin rückt die komplexen Lernprozesse in den Fokus, die in Schäfereien durch die Rückkehr der Wölfe notwendig wurden. Nah am Alltag der Schäferinnen und Schäfer sowie ihrer Herden fängt sie die Herausforderungen ein und präsentiert Ansätze für ein konfliktärmeres, artenübergreifendes Zusammenleben.

* Marlis Heyer untersucht in ihrem Band „Wölfe erzählen“, wie die Rückkehr der Wölfe von Erzählungen begleitet und narrativ mitgestaltet wird. Heyer lotet Fragen nach dem Zusammenleben von Menschen und Wölfen aus und nimmt anhand unterschiedlicher Theorien auch die Möglichkeiten und Grenzen der Erzählforschung über Menschen hinaus in den Blick.

Beide Arbeiten verfolgen den Ansatz der Multispecies Studies: Wölfe, Schafe, Hunde, Pflanzen und Landschaften bereichern ihre Analysen um Perspektiven über die des Menschen hinaus. „Die dichten Beschreibungen laden auch zum Nachdenken über eine Ko-Existenz mit den Wölfen jenseits von Abschussgenehmigungen ein“, so Michaela Fenske.

Originalpublikation:
Beide Studien sind online kostenlos als pdf-Dateien verfügbar

Irina Arnold: „Wo Schafe arbeiten und Wölfe leben. Eine Multispezies-Ethnografie niedersächsischer Schäfereien“, Würzburg 2025
https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/docId/42186

Marlis Heyer: „Wölfe erzählen. Eine Ethnografie vielartiger Narrative der Lausitz“, Berlin 2026
https://www.frank-timme.de/de/programm/produkt/woelfe_erzaehlen


8.4.2026
Robert Emmerich
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg
www.ide-online.de
www.uni-wuerzburg.de

 

„8 Zeichen, dass deine Katze dich liebt“

Auf blog.omlet.de haben wir den oben genannten Beitrag gefunden:

„Fragst du dich, ob deine Katze dich mag? Diese 8 Zeichen, dass deine Katze dich liebt, können dir Aufschluss darüber geben, wie viel Zuneigung und Loyalität sie dir entgegenbringt. Selbst wenn sie mit ihren Gefühlen nicht so richtig herausrücken will, zeigt sie dir wahrscheinlich auf dezente Weise ihre Zuneigung.“

Den ganzen Beitrag lesen

 

Fuchsbandwurm: Wiederentdeckung eines verschollen geglaubten Parasiten

Bericht: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Der Fuchsbandwurm gilt seit Jahrzehnten als gut beschrieben und bekannt. Dennoch fehlte bislang eine genetisch abgesicherte Referenz des humanmedizinisch relevanten Parasiten, da das ursprüngliche Typusmaterial als verschollen galt. Überraschend wurde dieses historische Material in den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden wiederentdeckt. In einer neu veröffentlichten Studie ordnen die Forschenden mit moderner Genomsequenzierung den Fuchsbandwurm ein und klären seine Verwandtschaft mit anderen Bandwurmarten. Die Wiederentdeckung veranschaulicht, welche wichtige Rolle wissenschaftliche Sammlungen haben und wie diese eine Grundlage für verlässliche Diagnostik und Forschung schaffen. … weiterlesen

Tipps fürs Tier: Bienengesundheit

Bericht: Veterinärmedizinische Universität Wien

Viele (Hobby-)Imker:innen plagen Sorgen, wenn sie nach der Winterpause ihre Bienenstöcke sichten und tote Bienen, lückenhafte Brutflächen oder löchrige Zelldeckel vorfinden. In verlustreichen Jahren wird rasch vom „Bienensterben“ gesprochen, für das meist keine einzelne Ursache ausgemacht werden kann. In Kombination mit klimatischen Ursachen und gelegentlich unsachgemäßer Pestizidausbringung (Neonicotinoide) sind vor allem infektiöse Bienenkrankheiten dafür verantwortlich. Am verlustreichsten ist der Befall mit der Varroamilbe. … weiterlesen

Der Maulwurf: Ein unterirdischer Gast

So können Mensch und Maulwurf friedlich zusammenleben

Bericht: Vier Pfoten e.V.

Klein, aber oho: Bis zu sechs Kilogramm Erde bewegt der europäische Maulwurf pro Stunde und sorgt damit in heimischen Gärten nicht nur für Bewunderung, sondern auch für Diskussionen. Denn nicht alle Gartenbesitzer:innen freuen sich über die so entstehenden Erdhügel. Eva Lindenschmidt, Diplom-Biologin und Wildtierexpertin in der TIERART Wildtierstation von VIER PFOTEN, gibt Tipps, wie Mensch und Maulwurf harmonisch zusammenleben können.

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