Wie ernähren sich Korallen? Energiezufuhr aus direkt aufgenommener Nahrung bislang unterschätzt

Bericht: Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Korallen beziehen Energie auf zwei Wegen: Zum einen durch Photosynthese ihrer symbiotischen Algen, zum anderen, indem sie kleine Nahrungspartikel wie Plankton direkt aus dem Wasser aufnehmen. Diese Form der Ernährung wird in der Fachsprache „Heterotrophie“ genannt. In einer Studie im Fachjournal Communications Biology zeigt ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Bremer Wissenschaftlerin Marleen Stuhr (ZMT), dass der Beitrag der heterotrophen Nahrungsaufnahme zur Energiegewinnung bei Korallen bisher oft deutlich unterschätzt wurde. Der Grund dafür liegt in den gängigen Messmethoden.

Korallenriffe dienen Millionen Menschen als Lebensgrundlage – sei es durch Fischerei, Küstenschutz oder Tourismus. Doch die Klimakrise macht Korallenriffen weltweit zu schaffen. Kürzlich legten wissenschaftliche Berichte wie der Global Tipping Points Report nahe, dass diese wichtigen Ökosysteme bald einen Kipppunkt erreicht haben. … weiterlesen

Hunde- und Katzenartige navigieren unterschiedlich: die einen haben Standardstrecken, die anderen nicht

Bericht: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Globale Analyse der GPS-Aufnahmen von über 1.200 Tieren widerlegt lange gültige Annahmen über Tierbewegungen. Bei einer Untersuchung der Bewegungsdaten von Tieren aus der Familie der Katzen (18 Arten) und Hunde (16 Arten) entdeckte ein internationales Team überraschende Unterschiede bezüglich des Navigationsstils in freier Wildbahn. Wölfe und Füchse nutzen häufiger sogenannte Routenwege als Rotluchse, Löwen und Leoparden. Noch deutlicher wurde der Unterschied, als Arten der beiden Familien verglichen wurden, die wie Kojoten und Pumas zusammenleben.
Das Projekt wurde von Experten der Universität Maryland (USA) und des Center for Advanced Systems Understanding (CASUS) am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) geleitet. Die Ergebnisse der bisher größten vergleichenden Studie zur Bewegungsökologie von Raubtieren wurden im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences (DOI: 10.1073/pnas.2401042122) veröffentlicht.


Der Hund sucht immer wieder die gleichen Orte im Garten auf? Die Katze erkundet bei jedem Ausflug ein anderes Gebiet? Es zirkulieren unzählige Anekdoten zum unterschiedlichen Verhalten der beiden Haustierarten, deren Essenz die Wissenschaft nun auf die Schliche gekommen ist. „Wir haben herausgefunden, dass sich wildlebende Hunde- und Katzenartige auf grundlegend unterschiedliche Weise durch ihre Heimatgebiete bewegen, auch wenn sie häufig ähnlich groß sind, ähnliche Habitate bewohnen und ähnliche Beutetiere bevorzugen“, so Dr. Justin M. Calabrese, Leiter der Forschungsgruppe für Erdsystemwissenschaften am CASUS und Hauptautor der Veröffentlichung. „Hundeartige verlassen sich viel stärker auf regelmäßig genutzte Strecken, sogenannte Routenwege. Im Gegensatz dazu neigen Katzenartige dazu, sich ungleichmäßiger durch die Umgebung zu bewegen, was dazu führt, dass deutlich weniger solche Routenwege identifiziert werden.“

Auch Bewegungsdaten des Rotfuchses (Vulpes vulpes), einer der am weitesten verbreiteten Vertreter der Ordnung Raubtiere (Carnivora), wurden für die Studie gesammelt und ausgewertet. Copyright: Ivan Rudoy / Unsplash – www.hzdr.de

Bedeutung für mathematische Modellierung, Wildtierschutz und Evolutionsbiologie
Die vorgestellten Ergebnisse widersprechen dem bisherigen Wissensstand über die Bewegungsökologie von Raubsäugetieren. Bis jetzt ging die Forschung davon aus, dass sich Raubtiere – unabhängig von ihrer taxonomischen Zugehörigkeit – beliebig in ihrem Gebiet bewegen. Diese Annahme ist weit verbreitet und wurde bereits in mathematische Standardmodelle aufgenommen. Die neuen Erkenntnisse zeigen jedoch, dass Fleischfresser aus der Familie der Hunde dazu neigen, ein System von „Autobahnen“ zu schaffen, um sich durch Teile ihres Verbreitungsgebiets zu bewegen.

Den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zufolge sind diese Erkenntnisse sowohl für die Theorie der Tierbewegungen als auch für die Wildtierschutz-Praxis bedeutsam. Im ersten Fall gilt es, Modelle von Begegnungsprozessen zwischen sich bewegenden Tieren zu verbessern – ein Schwerpunkt der ökologischen Forschung am CASUS. Die neuen Modelle von zum Beispiel Räuber-Beute-Beziehungen und Krankheitsübertragungen könnten dann womöglich besser zu den Beobachtungsdaten passen. Bezüglich des Wildtierschutzes helfen ein besseres Verständnis und eine genauere Vorhersage der Bewegungsmuster der Tiere, Begegnungen zwischen Mensch und Wildtier zu reduzieren und Schutzgebiete gefährdeter Arten besser zu planen.

Enorme Anstrengungen zahlen sich aus
„Diese Forschungsarbeit war ein gewaltiges Unterfangen, das mit einer Vielzahl von E-Mails während der COVID-Pandemie begann“, erinnert sich Fagan. Mit 177 Beteiligten aus 150 Forschungseinrichtungen auf der ganzen Welt entwickelte sich das Projekt zur größten vergleichenden Studie zur Bewegungsökologie von Raubtieren, die jemals durchgeführt wurde. Der gesammelte Datensatz umfasst GPS-Halsbanddaten der Bewegungen von 1.239 einzelnen Raubtieren über ungefähr ein Jahrzehnt. Insgesamt 34 Arten von sechs Kontinenten wurden berücksichtigt. „Das Projekt hat gezeigt, wie moderne GPS-Technologie und ausgefeilte Analysemethoden faszinierenden Aspekte des Tierverhaltens aufdecken können. Noch vor ein paar Jahren hätte man diese Erkenntnisse nicht erlangen können“, fügte Fagan hinzu.

Originalpublikation:
William F. Fagan et al.: Wild canids and felids differ in their reliance on reused travel routeways, in Proceedings of the National Academy of Sciences, 2025 (DOI: https://doi.org/10.1073/pnas.2401042122)


29.09.2025
Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
www.hzdr.de

 

Ernährung von Honigbienen: Studie mit überraschenden Ergebnissen

Bericht: Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Spätsommer in Unterfranken: Es gibt kaum noch blühende Pflanzen, das Futter für Honigbienen wird knapp. Forschende vom Biozentrum haben untersucht, wie die Bienen damit klarkommen.

Pflanzen produzieren in ihren Blüten massenhaft nährstoffreiche Pollen – wahre Kraftpakete für viele Insekten, auch für Honigbienen: Sie mischen die protein- und fettreichen Pollen in das Futter, mit dem sie ihre Larven großziehen. Jüngere Bienen fressen die Pollen auch selbst, um sich zu stärken.
Für Honigbienen sind die pflanzlichen Energielieferanten enorm wichtig: Ein Mangel an Pollen kann ihre Entwicklung verzögern, sie anfälliger für Krankheitserreger und empfindlicher für Pestizide machen. Wissenschaftliche Studien zeigen außerdem: Je vielfältiger die Pollenmischung im Futter, desto besser ist das für die Gesundheit und den Überwinterungserfolg der Bienenvölker. … weiter


Quelle: www.uni-wuerzburg.de
Bild von Annette Meyer auf Pixabay

 

 

Aufpreis adé: Pflanzlicher Warenkorb günstiger als tierisches Pendant

Händler bieten im Schnitt 5 % Preisvorteil, Alternativprodukte setzen Preisstandard

Studie: ProVeg

Bei sieben von acht der umsatzstärksten Lebensmitteleinzelhändler bietet ein pflanzlicher Warenkorb Verbrauchern inzwischen einen Preisvorteil, so das Ergebnis der ProVeg-Preisstudie 2025. Je nach Händler können Konsumenten gegenüber dem tierischen Warenkorb bis zu 18 Prozent sparen, wenn sie nach den je günstigsten Produkten greifen. „Innerhalb von drei Jahren hat sich das Preisverhältnis beim pflanzlichen Einkauf umgedreht: Aus 52 Prozent Aufpreis ist ein Preisvorteil von 5 Prozent geworden“, erläutert ProVeg-Marktexpertin Virginia Cecchini Kuskow. … weiterlesen

TransFarmation: Gemeinsam für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Menschen für Tierrechte und TransFarmation Deutschland geben Fusion bekannt

Anlässlich des Weltbauerntags am 1.Juni geben der Bundesverband Menschen für Tierrechte e.V. und der Verein TransFarmation Deutschland e.V. bekannt, dass sie sich in Zukunft gemeinsam für die Transformation der Landwirtschaft engagieren wollen. TransFarmation Deutschland unterstützt seit dem Jahr 2023 Landwirt:innen bei der Umstellung ihrer Betriebe und zeigt praktische Alternativen auf, wie diese auch ohne die Haltung sogenannter Nutztiere erfolgreich und nachhaltig wirtschaften können. … weiterlesen

Nachhaltige Ernährung und Krebsrisiko

Die Ergebnisse einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigen einen Zusammenhang zwischen nachhaltigen Ernährungsweisen und Krebsrisiko.

Bericht: Uni Regensburg

In einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse untersuchten Forschende des Lehrstuhls für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg erstmals umfassend den Zusammenhang zwischen nachhaltigen Ernährungsweisen und verschiedenen Krebsrisiken. Die internationale Analyse zeigt: Wer sich nachhaltig ernährt, hat ein geringeres Risiko für Krebserkrankungen und krebsbedingte Todesfälle. „Dies ist nicht nur ein Vorteil für diejenigen, die sich nachhaltig ernähren. Sie leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Schutz des Planeten“, sagt Marina Kasper, Erstautorin der Studie. Die im Fachjournal eClinicalMedicine der Lancet Group veröffentlichten Ergebnisse liefern Hinweise für eine gesundheits- und ernährungspolitische Diskussion. … weiterlesen

An den Festtagen tier- und klimafreundlich feiern

Bericht: Menschen für Tierrecht

Anlässlich der nahenden Feiertage ruft die Tierrechtsorganisation Menschen für Tierrechte dazu auf, an Weihnachten weder Tiere noch Tierqualprodukte zu verschenken. Nehmen Sie das „Fest der Liebe“ stattdessen zum Anlass, um auf eine leckere, tierfreundliche und gesunde Ernährungsweise auf pflanzlicher Basis umzustellen. Auch beim Start ins neue Jahr können Sie böllerfreien Spaß haben ohne Tiere und Umwelt zu belasten. … weiterlesen