Historischer Meilenstein: EU-Parlament beschließt Ende von Tierversuchen für Reinigungsmittel

Hersteller müssen tierversuchsfreie Tests anwenden

Das Europäische Parlament hat einen entscheidenden Sieg für den Tierschutz und die moderne Wissenschaft errungen. Mit der am 20.01.2026 verabschiedeten Überarbeitung der EU-Detergenzienverordnung wird ein umfassendes Verbot von Tierversuchen für Wasch- und Reinigungsmittel sowie deren Inhaltsstoffe eingeführt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) begrüßt diesen Schritt als längst überfälligen Systemwechsel hin zu einer sicheren, humanrelevanten Testung.

Bisher mussten unzählige Tiere in qualvollen Tests für die Zulassung von Haushaltschemikalien leiden. Das neue Verbot stellt sicher, dass für Endprodukte ab 2029 keine Tierversuche mehr durchgeführt werden dürfen. Besonders bedeutsam: Auch für einzelne Inhaltsstoffe gilt nun das strikte Gebot, auf tierversuchsfreie Methoden zurückzugreifen – ein Prinzip, das den Weg für eine vollständig tierfreie Sicherheitsbewertung ebnet. … weiterlesen

Appell an Landwirtschaftsminister Rainer: Mehr als 350 Tierärzte fordern Ende der tierquälerischen Anbindehaltung

Im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin haben mehr als 350 Tierärzt:innen ein rasches und verbindliches Ende der tierquälerischen Anbindehaltung bei Rindern und Milchkühen gefordert. Die Praxis beschneide massiv die Bewegungsfreiheit der Tiere und führe nachweislich zu physischen und psychischen Belastungen, heißt es in einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer. Die Anbindehaltung sei „aus tierärztlicher Sicht nicht vertretbar“. … weiterlesen

Versuchstierzahlen: Trotz Rückgang keine Entwarnung

Bericht: Menschen für Tierrechte

Das Deutsche Zentrum zum Schutz von Versuchstieren (Bf3R) hat gestern die Versuchstierzahlen für das Vorjahr veröffentlicht (1). Im Jahr 2024 wurden danach über drei Mio. Tiere im Zusammenhang mit Tierversuchen getötet. Dies entspricht einem Rückgang von 14 Prozent. Die sinkenden Zahlen entlassen die Bundesregierung jedoch nicht aus der Pflicht, die hohe Zahl der Tiere, die in Versuchen leiden und sterben, weiter zu reduzieren. Die dafür nötige Reduktionsstrategie liegt längst vor. Schwarz-Rot muss sie dringend umsetzen.

Von den insgesamt 3.037.828 Tieren, die im Zusammenhang mit Tierversuchen getötet wurden, wurden 1.302.190 Tiere direkt in Tierversuchen eingesetzt. Hinzu kommen 626.538 Tötungen zur Entnahme von Geweben oder Organen und 1.109.100 Tiere, die als sogenannte Überschusstiere getötet wurden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies insgesamt einem Rückgang um rund 14 Prozent. … weiterlesen

„Wieder ein Todestransport auf dem Mittelmeer“

Am 9.12.2025 veröffentlichte Daniela Gschweng im Schweizer Magazin „Infosperber“ einen sehr belastenden Bericht über einen katastrophalen Viehtransport. Im Vorspann heißt es dazu :

„Qualvolle Zustände auf einem Viehtransportschiff kosteten im November vielen Rindern das Leben. Weil sich niemand zuständig fühlte.“

Den ganzen Text lesen

 

Aufpreis adé: Pflanzlicher Warenkorb günstiger als tierisches Pendant

Händler bieten im Schnitt 5 % Preisvorteil, Alternativprodukte setzen Preisstandard

Studie: ProVeg

Bei sieben von acht der umsatzstärksten Lebensmitteleinzelhändler bietet ein pflanzlicher Warenkorb Verbrauchern inzwischen einen Preisvorteil, so das Ergebnis der ProVeg-Preisstudie 2025. Je nach Händler können Konsumenten gegenüber dem tierischen Warenkorb bis zu 18 Prozent sparen, wenn sie nach den je günstigsten Produkten greifen. „Innerhalb von drei Jahren hat sich das Preisverhältnis beim pflanzlichen Einkauf umgedreht: Aus 52 Prozent Aufpreis ist ein Preisvorteil von 5 Prozent geworden“, erläutert ProVeg-Marktexpertin Virginia Cecchini Kuskow. … weiterlesen

Menschen für Tierrechte ernennt den Vogel als „Versuchstier des Jahres 2025“

Bericht: Menschen für Tierrechte e.V.

Seit 2003 ernennt Menschen für Tierrechte e.V. das „Versuchstier des Jahres“. In diesem Jahr ist es der Vogel. Mit der jährlichen Ernennung macht Menschen für Tierrechte die Versuche an bestimmten Tieren öffentlich und zeigt in diesem Zusammenhang das große Potenzial tierversuchsfreier Verfahren sowie deren Weiterentwicklung auf. Vögel als Versuchstiere werden oft übersehen, weil sie im Vergleich zu Mäusen, Fischen oder Ratten nicht so häufig in Versuchen eingesetzt werden. Dennoch müssen auch viele verschiedene Vogelarten in Tierversuchen leiden.

Unterstützung für das Versuchstier des Jahres kommt diesmal von der Schirmherrin Ingeborg Livaditis, eine Grande Dame der Tierversuchsgegner-Bewegung in Deutschland. Ingeborg Livaditis war 1982 Gründungsmitglied von Menschen für Tierrechte. Für ihr jahrzehntelanges unbeirrtes Engagement für den Tierschutz erhielt sie 2006 das Bundesverdienstkreuz.

Hinter dem „Versuchstier“ Vogel verbergen sich zahlreiche Vogelarten. Vögel werden sowohl in der Grundlagenforschung, in der angewandten/translationalen Forschung, in der Aus-, Fort- und Weiterbildung als auch in Untersuchungen im Rahmen des Artenschutzes eingesetzt. … weiterlesen

Mit Breher wird der Posten der Bundestierschutzbeauftragten zur Lobbybühne der Agrarindustrie

Nach Medienberichten soll Silvia Breher (CDU), derzeit Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium und frühere Geschäftsführerin eines Kreislandvolkverbandes, neue Tierschutzbeauftragte des BMELH werden.

„Mit dieser Personalie ist klar: Geschützt werden zukünftig nicht die Tiere, sondern die Tierindustrie und deren Akteure. Die Bundesregierung macht den Posten damit zum politisch gesteuerten Placebo, kritisiert Dr. Claudia Preuß-Ueberschär vom Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln. Man ist sich in dieser Regierung wirklich für nichts zu schade.“

Wer Breher kennt, weiß: Einen notwendigen grundlegenden Kurswechsel in der Agrar- und Ernährungspolitik kann man nicht erwarten. Breher steht politisch eng an der Seite der Nutztierindustrie – in einer Region, die zu den größten Zentren der industriellen Tierhaltung in Europa zählt. Ihre bisherige Rhetorik folgt vielmehr dem üblichen Muster: kosmetische Verbesserungen innerhalb des bestehenden Systems, statt die systemische Ausbeutung und Tötung von Milliarden Tieren infrage zu stellen.

Der Begriff „Tierwohl“ dient hier als politisches Feigenblatt und ist ein klassisches Beispiel für Welfare Washing. Er verharmlost die Realität industrieller Tierhaltung und verschiebt den Fokus von dringend nötigen Maßnahmen – wie der massiven Reduktion von Tierbeständen, der Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährungssysteme und der Förderung alternativer Wertschöpfung – hin zu Stallumbauten, Technikförderung und Labelprogrammen, die das Grundproblem unangetastet lassen. Ehrliche und seriöse Tierschutzpolitik müsste den Staatszielauftrag aus Artikel 20a Grundgesetz ernst nehmen, der die Verantwortung des Staates für den Schutz der Tiere klar benennt. Das erfordert eine Abkehr von einer wachstumsgetriebenen Tierindustrie hin zu einem zukunftsfähigen, pflanzenbasierten Ernährungssystem, das Klima, Umwelt und Gesundheit gleichermaßen schützt. … weiterlesen