VIER PFOTEN Statement zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland

Afrikanische Schweinepest wirft erneut Systemfrage auf – Exportorientierung kommt Gesellschaft und Tiere teuer zu stehen

Hamburg – Wegen eines mit der Afrikanischen Schweinepest infizierten Wildschweinkadavers im Kreis Spree-Neiße in Brandenburg fürchtet die Fleischindustrie um ihr Exportgeschäft außerhalb der EU. VIER PFOTEN kritisiert die bisher nur auf Exportausfälle fokussierte Debatte. … weiterlesen

Kükentöten beenden – aber richtig

Heute hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen Gesetzentwurf zur Beendigung des Tötens sogenannter Eintagsküken vorgelegt.

Dazu erklärt Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt:
»Mehr als ein Jahr hat Julia Klöckners Ministerium gebraucht, um auf das richtungsweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zu reagieren und das Ende des verfassungswidrigen Kükentötens endlich einzuläuten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Denn es wird zeitlich kaum möglich sein, das Gesetz noch vor Ablauf der Legislatur tatsächlich zu verabschieden. Und selbst wenn das gelänge: Ein großer Wurf ist Klöckners Gesetz beileibe nicht. Fazit ist: Die Geschlechtsbestimmung im Ei zementiert das bestehende System inklusive allen Tierleids weiter. Statt 45 Millionen männlicher Küken werden ab 2022 eben 45 Millionen männliche Hühnerembryonen getötet, die bereits Schmerz empfinden können. Ganz zu schweigen von den Qualen der auf Hochleistung gezüchteten Hennen in der Eierindustrie, die in den Überlegungen des Ministeriums keinerlei Beachtung finden.« … weiterlesen

Neue Regeln für Lebensmittelkontrollen: „Julia Klöckner ebnet den Weg für den nächsten Lebensmittelskandal“

Statement: foodwatch Deutschland

Das Bundeskabinett hat heute neue Regeln für Lebensmittelkontrollen verabschiedet. Die Neufassung der sogenannten „Allgemeine Verwaltungsvorschrift Rahmen-Überwachung“ (AVV RÜb) sieht für die Behörden weniger Pflicht-Kontrollen bei Lebensmittelbetrieben vor. Stattdessen sollen sich die Kontrollen laut Ernährungsministerium verstärkt auf Betriebe mit Problemen konzentrieren. Dazu erklärt Oliver Huizinga, Leiter Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherorganisation foodwatch:

„Jetzt ist es offiziell: Julia Klöckner ist eine Gefahr für die Lebensmittelsicherheit. Aus den Vorfällen bei Wilke und Tönnies hat die Ministerin offenbar nichts gelernt. Mit ihren absurden Plänen ebnet sie den Weg für den nächsten Lebensmittelskandal. Der Bundesrat darf dem auf keinen Fall zustimmen.

Ministerin Julia Klöckner will allen Ernstes die Zahl der Pflicht-Kontrollen verringern. In Fleischbetrieben, die der höchsten Risikoklasse zugeordnet sind, sollen in Zukunft statt tägliche nur noch wöchentliche Kontrollen stattfinden müssen. Und andere Lebensmittelbetriebe, die bisher monatlich kontrolliert werden müssen, sollen künftig nur vierteljährlich verpflichtend kontrolliert werden.

Frau Klöckner verkauft ihre irrwitzigen Pläne als „mehr Lebensmittelsicherheit durch gezieltere Kontrollen“ – weil mehr Kapazitäten für Problembetriebe frei würden. Was die Ministerin verschweigt: Probleme bei Betrieben werden oft erst durch Pflicht-Kontrollen bemerkt. Zudem orientiert sich die Zahl der Lebensmittelkontrolleure an der Zahl der Kontrollen. Werden diese Vorgaben verringert, kann das langfristig den Personalmangel in den Behörden noch verstärken.

Statt die Zahl der Pflicht-Kontrollen zu verringern, muss Frau Klöckner eine grundlegende Reform der Lebensmittelüberwachung anstoßen. Was wir haben, sind 400 politisch abhängige Behörden mit oft eklatantem Personalmangel, die die allermeisten Kontrollergebnisse geheim halten. Was wir brauchen, ist eine unabhängige Landesanstalt für die Lebensmittelüberwachung pro Bundesland, die ausreichend Personal vorhält und alle Ergebnisse veröffentlichen muss.“

Die vom Kabinett beschlossene AVVRÜb (pdf-Datei)


29.07.2020
Foodwatch Deutschland
foodwatch.de

„Schweinestau“: Notbremse ziehen, um Katastrophe zu verhindern

Drosselung der „Tierproduktion“ und Bestandsreduzierung sind dringende Maßnahmen

Kommentar: Vier Pfoten e.V.

Hamburg – Durch den Corona-Ausbruch im Tönnies-Schlachthof Rheda-Wiedenbrück und die damit verbundene temporäre Stilllegung des Betriebes wissen Tierhalter*innen aufgrund mangelnder Schlachthof-Kapazitäten derzeit nicht wohin mit 400.000 Schweinen. … weiterlesen

Petition: Affen als „Arbeitstiere“ missbraucht – für Kokosprodukte

Entführt, angekettet und in den Wahnsinn getrieben – PETA hat eine neue Petition gestartet

“In Thailand werden junge Affen angekettet, gewaltsam trainiert und zur Ernte von Kokosnüssen gezwungen. Aus diesen werden Kokoswasser, Kokosmilch, Kokosöl und andere Kokosprodukte von Marken hergestellt, die weltweit verkauft werden – auch in deutschen Supermärkten.” (Quelle: https://www.peta.de/affen-kokosprodukte)

  Weitere Informationen lesen und Petition unterschreiben

 

Siem Reap verbietet als erste Provinz Kambodschas Hundefleisch

Hamburg, 8.7.2020Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN feiert die Entscheidung des kambodschanischen Ministeriums für Landwirtschaft, der Provinz Siem Reap das Schlachten und den Handel mit Hunden zum Verzehr ab sofort zu verbieten. Seit 2018 hat VIER PFOTEN eng mit der kambodschanischen Regierung zusammengearbeitet, um das brutale Geschäft mit Hundefleisch zu beenden. … weiterlesen

VIER PFOTEN erstattet 21 Strafanzeigen: Beihilfe zur Tierquälerei bei Tiertransporten

Anzeige an Veterinärämter, Organisatoren und Transporteure in vier Bundesländern

Hamburg, 8.7.2020Aufgrund des Verdachts der Beihilfe zur Tierquälerei bei Tiertransporten in tierschutzrechtliche Risikostaaten hat VIER PFOTEN in den Bundesländern Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen insgesamt 21 Strafanzeigen gegen Transportunternehmer, Organisatoren und Veterinärämter wegen des Verdachts auf den Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Nach Ansicht der internationalen Stiftung für Tierschutz wurden in den angezeigten Fällen Lebendtiertransporte rechtswidrig genehmigt. … weiterlesen