Geplantes Tierversuchsgesetz schwächt den Tierschutz

Bündnis startet Petition gegen die Pläne der Bundesregierung und ruft zur Unterzeichnung auf

Berlin, 21. Juli 2026 – Die Bundesregierung plant ein eigenständiges Gesetz für Tierversuche. Im Rahmen des im Koalitionsvertrag angekündigten Innovationsfreiheitsgesetzes sollen die Regelungen zu Tierversuchen aus dem Tierschutzgesetz herausgelöst und künftig in einem eigenen Gesetz zusammengefasst werden. Ethische und rechtliche Schranken gegen das Zufügen von Schmerzen, Leiden und Schäden sowie gegen die Tötung aus rein wirtschaftlichen Gründen, die derzeit im Tierschutzgesetz verankert sind, könnten damit entfallen. … weiterlesen →

Wildbienen besser schützen durch europaweites Gütesiegel

Zum internationalen Weltbienentag am 20. Mai fordert Sebastian Everding ein europaweites Gütesiegel für Insekten- und Bienenhotels. Die meisten Produkte auf dem Markt schützen Wildbienen und viele Insekten nicht und täuschen so Verbraucherinnen und Verbraucher.

Mitteilung: Sebastian Everding, Europaabgeordneter der Partei MENSCH KLIMA TIERSCHUTZ – Tierschutzpartei

Sebastian Everding sagt:
„Viele Menschen wissen vom Insektensterben. Sie wollen etwas dagegen tun, im Garten, auf ihrem Balkon, auf öffentlichen Flächen. Dabei werden sie leider von den Herstellern von Wildbienenhotels über den Tisch gezogen. Denn die meisten Hotels sind nur ein Fall für den Biomüll. Deshalb fordere ich ein europaweites Gütesiegel. Damit Menschen sich besser orientieren können und Insekten ernsthaft geschützt werden.“

Insekten- bzw. Wildbienenhotels stehen in vielen Gärten, auf städtischen Wiesen und selbst vor dem Europaparlament in Straßburg.
„Diese sehen gut aus, geben engagierten Menschen ein gutes Gefühl, sind aber einfach nur schlecht gemacht,“

so Everding weiter. Denn die produzierenden Betriebe verwenden Baumaterialien wie Tannenzapfen, Holzwolle oder Baumrinde für die Hotels, um die Herstellungskosten niedrig zu halten.
„Darin nisten in der Natur keine Wildbienen, deshalb bewohnen höchstens Spinnen große Teile der Hotels.“

Sebastian Everding sagt:
„Von den 550 Wildbienenarten, die allein in Deutschland leben, sind mehr als 300 akut bedroht. Das Überleben der Honigbienen ist nicht ernsthaft gefährdet. Dafür sorgt eine große Lobby von zehntausenden Imkerinnen und Imkern. Vergesst Biene Maja, redet über die schwarze Mörtelbiene und die Garten-Blattschneiderbiene! Um diese zu schützen, brauchen wir Nisthilfen, die auch funktionieren.“

Sebastian Everding abschließend:
„Was gut gemeint ist, geht leider oft am Ziel vorbei. Mit einem Prüfsiegel können wir verhindern, dass Menschen mit gutem Willen, aber ohne Wissen, ihr Geld verschwenden.“
 
Hintergrund:

Zum Gütesiegel:
Die meisten angebotenen Insekten- und Wildbienenhotels werden wegen falscher Materialen und baulicher Fehler von Insekten nicht angenommen. Ein europaweites Gütesiegel, das zusammen mit Expertinnen und Experten aus Umwelt- und Naturschutzverbänden entwickelt wird, könnte engagierte Privatpersonen und Kommunen davor schützen, ihr Geld für nicht funktionierende Produkte zu verschwenden.

Häufige Probleme der angebotenen Produkte:
Viele Nisthilfen sind viel zu flach; ideal sind z.B. Röhren mit mindestens 10cm Länge. Der Grund liegt im Geschlechterverhältnis: Wildbienen legen die weiblichen Eier in den hinteren Bereich der Röhre und die männlichen Eier weiter vorne. Sind die Röhren zu kurz, legt das Weibchen nur männliche Eier oder nutzt die Brutröhre nicht.

Weitere Probleme verursacht das verwendete Holz:
Viele Nisthilfen nutzen Bohrungen in Baumscheiben. An den dadurch entstehenden Rissen entlang der Löcher reißen sich Insekten ihre Flügel ein- oder ab und es zieht Feuchtigkeit in die Brutkammern. Außerdem sollte wegen möglicher Risse abgelagertes statt frischem Holz verwendet werden. Das Holz von Nadelbäumen ist eher kaum geeignet, da Harz aus angebohrten Harzkanälen den Bienen die Flügel verkleben kann. Die Fasern von Weichholz, z. B. von Weiden, können bei Feuchtigkeit in den Bohrgang quellen. Baumaterialien wie Ziegelsteine, Lochsteine, Gasbetonsteine sind günstig, aber die viel zu großen Löcher bleiben leer.

Nötige Begleitmaßnahmen:
Eine Nisthilfe am gepflegten englischen Rasen, ohne heimische Blüten von Wildblumen, verfehlt auch jegliche Wirkung. Das Nahrungsangebot gehört zum erfolgreichen Wildbienenschutz im eigenen Garten unbedingt dazu. Wo keine heimischen Pflanzen mit Nektar- und Pollenangebot stehen, werden sich auch keine Wildbienen ansiedeln.

Infos zu Wildbienen:
70-75 Prozent aller heimischen Wildbienenarten nisten im Boden, werden also niemals Gast eines Insektenhotels werden. Deswegen ist es so wichtig, Natur zuzulassen und Pestizide zu vermeiden.


19.5.2026
Partei Mensch Klima Tierschutz
www.tierschutzpartei.de
Bild von DerWeg auf Pixabay

 

 

Stellungnahme: Tierquälerische Haltungsformen müssen klar gekennzeichnet werden

Menschen für Tierrechte hat gemeinsam mit zwei anderen Tierschutzverbänden eine ausführliche Stellungnahme zur Änderung der geplanten Tierhaltungskennzeichnung abgegeben. Diese soll Verbraucherinnen ab 2027 darüber informieren, wie die Tiere gehalten wurden und dazu beitragen, den Wandel der Tierhaltung hin zu artgerechteren Haltungsformen voranzutreiben. Aus Sicht der Tierschutzorganisationen wird die Kennzeichnung diesem Anspruch nicht gerecht. Es fehlt ein Gesamtkonzept für den Umbau der Tierhaltung und die klare Benennung tierquälerischer Haltungsformen. Um die Tierhaltung umzubauen, müssten die untersten Haltungsstufen perspektivisch ganz auslaufen. … weiterlesen →

Kommentar: „Tierschutz ist kein Nice-to-have“

VIER PFOTEN tritt in den kritischen Dialog mit dem neuen Bundeslandwirtschaftsminister

Kommentar: Vier Pfoten

„Wir gratulieren Alois Rainer zum Amt des Bundeslandwirtschaftsministers. Ein Amt, das mit großen Herausforderungen und Erwartungen verknüpft ist. 

Die Startbedingungen verleiten aus Tierschutzsicht leider nicht zu Freudensprüngen: So muss man im Koalitionsvertrag schon mit der Lupe suchen, um hier wenigstens einen minimalen Verbesserungswillen zu entdecken. Dabei sind die Missstände im Bereich Tierschutz eklatant – ein Skandal jagt den nächsten. Zuletzt musste einer der größten Legehennen-Schlachthöfe in Rainers Heimat-Bundesland Bayern wegen massiver Tierschutzverstöße vorübergehend geschlossen werden. … weiterlesen →

Verbesserung der Nutztierhaltung: Borchert-Kommission wirft hin

„Menschen für Tierrechte“ fordert solide Finanzierung einer echten Agrarwende

Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung, auch Borchert-Kommission genannt, hat gestern seine Auflösung bekanntgegeben. Menschen für Tierrechte kritisiert die Blockadehaltung der FDP und fordert die Einführung einer verpflichtenden Abgabe auf alle tierischen Produkte. Diese dürfe jedoch ausschließlich Haltungsformen mit sehr hohen Tierschutzstandards fördern. Gleichzeitig müsse der notwendige Abbau der Tierbestände sowie der Umbau hin zu pflanzlichen Eiweißträgern honoriert werden.

In einer Stellungnahme erklärte das Beratergremium zur Verbesserung der „Nutztierhaltung“ in Deutschland, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung ihrer Empfehlungen seien weder in der vorherigen noch in den ersten zwei Jahren dieser Wahlperiode geschaffen worden. Auch der Entwurf des Bundeshaushalts 2024 lasse keinen Durchbruch erkennen. Das Gremium hatte schon im Juni angekündigt, sich aufzulösen, sollte sich dies nicht ändern. … weiterlesen →

Silvester böllerfrei: Breites Aktionsbündnis für Verbot von Pyrotechnik-Böllern und Raketen zum Jahreswechsel

Bericht: Vier Pfoten

Hamburg – Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN fordert gemeinsam mit einem von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) initiierten breiten Bündnis aus dem Deutschen Tierschutzbüro, der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sowie Ärztevertreter:innen ein Feuerwerksverbot zum Jahreswechsel. Raketen und Böller führen nicht nur jedes Jahr zu hoher Luftbelastung, Umweltverschmutzung und sorgen für tausende Verletzungen und damit zur Überlastung von Einsatzkräften und Krankenhäusern, sondern schädigen auch Millionen Heimtiere, sowie Nutz- und Wildtiere. Das Aktionsbündnis fordert frühzeitig ein bundesweites Verkaufsverbot für Silvesterböller und Raketen und zudem ein bundesweites Böllerverbot für die Silvesternacht. Für die Zukunft fordert das Aktionsbündnis eine grundsätzliche Überarbeitung der Ersten Sprengstoffverordnung. … weiterlesen →

Bundestagswahl: Welche Tierschutzpläne verfolgen die Parteien?

Analyse: Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Um den Wählerinnen und Wählern eine Orientierung zu geben, welche Parteien wirksame Konzepte und Pläne für einen Ausstieg aus dem Tierversuch sowie für eine Agrar- und Ernährungswende vorlegen, hat der Bundesverband Menschen für Tierrechte die Wahlprogramme der etablierten Parteien analysiert. Es zeigt sich, dass die Grünen die weitreichendsten Tierschutzpläne verfolgen, dicht gefolgt von den Linken und der SPD. Im Gegensatz dazu enttäuschen CDU/CSU und FDP: Das Thema Tierversuche kommt in ihren Wahlprogrammen beispielweise überhaupt nicht vor. … weiterlesen →