Corona-Forschung und Tierversuche

Experten von Ärzte gegen Tierversuche beantworten Fragen

Bericht: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. hat in einer Video-Konferenz drängende Fragen zu Tierversuchen in der Corona-Forschung beantwortet und veröffentlicht.

Welchen Beitrag hatten Tierversuche bei der Entwicklung der Corona-Impfstoffe? Welche Rolle hat das Auftragslabor LPT gespielt? Wie wichtig waren tierversuchsfreie Testmethoden bei der Impfstoffentwicklung? Soll man aufgrund der durchgeführten Tierversuche auf eine Impfung verzichten? Diese und andere Fragen werden von Experten des bundesweiten Vereins Ärzte gegen Tierversuche in einer am 21.1. veröffentlichten Video-Konferenz und in einem ausführlichen Online-Artikel beantwortet.

Es kommen zu Wort: die Vorsitzende Dr. med. Ines Lenk, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Notärztin, die Stellvertretende Vorsitzende Dr. med. vet. Corina Gericke, Tierärztin, Vorstandsmitglied Dr. med. Andreas Ganz, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikchefarzt, Geschäftsführer Claus Kronaus und die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Dilyana Filipova, Biologin und Genetikerin. … weiterlesen

Tierversuchszahlen gehen in die Höhe

Ärzteverein sieht Notwendigkeit zum Paradigmenwechsel hin zu tierversuchsfreier Forschung

Bericht: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

2.902.348 Tiere mussten im Jahr 2019 für die tierexperimentelle Forschung herhalten und damit 77.282 Tiere mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus der am 8.12. vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichten Tierversuchsstatistik hervor. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche bezeichnet die erneut steigenden Tierversuchszahlen als „in höchstem Maß alarmierend“ und fordert von der Politik einen umgehenden Paradigmenwechsel hin zu tierversuchsfreier Forschung.

Von den 2,9 Millionen Tieren wurden 2.202.592 in Versuchen eingesetzt und 699.756 Tiere wurden zu wissenschaftlichen Zwecken wie zur Organentnahme direkt getötet. Doch auch für die in Versuchen verwendeten Tiere steht am Ende fast immer der Tod. Rund 50.000 wurden zum wiederholten Mal verwendet. Ärzte gegen Tierversuche kritisiert, dass das BMEL nur die 2,2 Millionen als Tierversuchszahl angibt und damit die tatsächliche Zahl der Tiere, die in der tierexperimentellen Forschung leiden und sterben, verschleiert und herunterspielt. Hinzu kommen die Tiere, die in der offiziellen Statistik gar nicht erst erfasst werden, wie sogenannte Ausschuss- oder Vorratstiere, die mangels Verwendung einfach getötet werden. … weiterlesen

SPD-Antrag abgelehnt – weiterhin Tierversuche in Bayern

Tierschutzpolitische Sprecherin Ruth Müller: Regierungsfraktionen lehnen Erforschung alternativer Methoden rigoros ab – Kein Herz für Tiere

Beim mangelnden Tierschutz in Bayern bleibt alles beim Alten: CSU und Freie Wähler haben im heutigen Umweltausschuss (3. Dezember) abgelehnt, Bayern zum Vorreiter für alternative Forschungsmethoden werden zu lassen. Damit stehen sie weiterhin zu Tierversuchen. Die tierschutzpolitische Sprecherinnen Ruth Müller und Martina Fehlner sowie der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Florian von Brunn sind enttäuscht. … weiterlesen

Kritik an Max-Planck-Institut: Affengehirne durch menschliche Gene vergrößert

Statement von PETA: „Unethische Frankenstein-Experimente sofort beenden!“

Dresden / Stuttgart, 3. Dezember 2020 – Experimentatoren des Dresdner Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik und eine Forschungseinrichtung in Japan haben Weißbüschelaffen mit menschlichen Genen manipuliert. Dadurch vergrößerten sich ihre Gehirne unnatürlich. Schwangeren Affen wurden ihre Föten per Kaiserschnitt nach mehr als der Hälfte der Schwangerschaft herausoperiert. Die so isolierten Neugeborenen wurden auf Eis gelegt, geköpft und ihre Gehirne herauspräpariert – nur um festzustellen, welche Auswirkungen die menschlichen Gene auf die Gehirnentwicklung von Weißbüschelaffen haben. Biologin Anne Meinert, Fachreferentin im Bereich Tierversuche bei PETA, kommentiert:

„Die Manipulation am Genom der Weißbüschelaffen erinnert an Szenarien wie aus ‚Planet der Affen‘ oder ‚Frankenstein‘. Doch es handelt sich hier nicht um Science-Fiction, sondern um reale, tödliche Experimente aus bloßer Neugier. Es ist ethisch absolut verwerflich, in den Genen einer anderen Spezies herumzupfuschen und Babys aus dem Mutterleib herauszureißen, um sie dann zu töten und ihren Kopf abzuschneiden.

Auffallend ist zudem: Obwohl die führenden Autoren der absurden Studie am Max-Planck-Institut arbeiten, wurden alle Experimente in Japan durchgeführt, wo Experimentatoren sich selbst regulieren dürfen, ohne dass eine Behörde Mindeststandards für den Umgang mit Tieren sicherstellt, und wo nicht einmal die Anwesenheit eines Tierarztes in Laboren vorgeschrieben ist. Das ist sogenanntes ethics dumping – eine Vorgehensweise, bei der Experimentatoren Tiere in Ländern missbrauchen, in denen die Tierschutzstandards vergleichsweise gering sind. Wo auch immer auf der Welt diese Experimente stattfinden: Sie müssen sofort eingestellt werden. Damit der Ausstieg aus Tierversuchen nachhaltig gelingt, haben Wissenschaftler von PETA Deutschland in Zusammenarbeit mit ihren internationalen Partnerorganisationen einen umfassenden Leitfaden entwickelt: den Research Modernisation Deal.“


3.12.2020
PETA Deutschland e.V.
www.peta.de

Offener Brief an die EU: Kosmetik muss tierversuchsfrei bleiben

Bericht: Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Seit 2013 gilt in der EU ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Seitdem dürfen entsprechende Versuche weder durchgeführt noch mit entsprechenden Produkten gehandelt werden. Doch dieser Meilenstein für den Tierschutz ist jetzt in Gefahr. Unter dem Deckmantel der REACH-Verordnung sollen mehrere kosmetische Inhaltsstoffe trotz des Verbots an Tieren getestet werden. Um dies zu verhindern, hat ein breites Bündnis aus Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen sowie über 450 tierversuchsfreie Kosmetikunternehmen heute einen offenen Brief an mehrere EU-Institutionen geschickt. In diesem fordern sie, das wegweisende Verbot für Kosmetik-Tierversuche einzuhalten.

Heute haben der Bundesverband Menschen für Tierrechte, viele weitere nationale und internationale Organisationen und über 450 tierversuchsfreie Kosmetikunternehmen einen Offenen Brief an EU-Parlament, EU-Kommission und den Europäischen Rat geschickt. In diesem fordern sie die EU-Institutionen auf, die EU-Kosmetikrichtlinie einzuhalten. Die Richtlinie verbietet seit 2013 Tierversuche für Kosmetika sowie die Vermarktung von an Tieren getesteten kosmetischen Produkten und Inhaltsstoffen. Die Richtlinie galt und gilt weltweit als Vorbild für die Gewährleistung der Konsumentensicherheit ohne den Einsatz von Tieren.

Kosmetische Inhaltsstoffe sollen an Tieren getestet werden
In dem Schreiben werden die Europäische Kommission und die Europäische Chemikalienagentur angeklagt, diese wegweisende Richtlinie zu untergraben. Hintergrund ist, dass unter dem Deckmantel der EU-Chemikalienverordnung „REACH“ mehrere weit verbreitete kosmetische Inhaltsstoffe dennoch an Tieren getestet werden sollen. Dies würde dazu führen, dass beispielsweise Ratten und Kaninchen, einschließlich trächtiger Tiere, in belastenden Tests dazu gezwungen werden, kosmetische Inhaltsstoffe aufzunehmen, um danach getötet und seziert zu werden.

Muss bleiben: Verbot von Tierversuchen für Kosmetik
„Schönheitsprodukte und ihre Inhaltsstoffe an Tieren zu testen, ist völlig inakzeptabel und längst überholt“, sagt Dr. Dr. Stefanie Schindler, Fachreferentin für tierversuchsfreie Verfahren beim Bundesverband Menschen für Tierrechte. „Die Tierschutzorganisationen haben zusammen mit vielen EU- Bürgerinnen und -Bürgern sowie EU-Abgeordneten lange und hart für das weltweit vorbildliche Verbot von Tierversuchen für Kosmetik gekämpft. Es darf nicht hingenommen werden, dass dieser Meilenstein für den Tierschutz nun durch die Hintertür zunichte gemacht wird!“, kritisiert die Tierärztin.

Wie in dem Brief erwähnt, geht der Trend weg vom Tierversuch. Im Jahr 2018 forderte das EU-Parlament ein weltweites Verbot von Tierversuchen für die Körperpflege (1). 84 Prozent der Befragten einer aktuellen weltweiten Umfrage gaben an, dass sie kein Kosmetikprodukt kaufen würden, das an Tieren getestet wurde (2).

Hier können Sie den Offenen Brief in englischer Sprache als PDF abrufen.

(1) https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180426IPR02613/tierversuche-fur-kosmetika-abgeordnete-fordern-weltweites-verbot
(2) Research confirms public desire for alternatives to using animals in research – Frame


2.12.2020
Christina Ledermann
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
www.tierrechte.de

 

Corona-Impfstoffe: Nicht dank, sondern trotz Tierversuchen

Überflüssige Tierversuche bringen keine Sicherheit für die Menschen

Bericht: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Etliche Tierversuchsbefürworter behaupten, dass Tierversuche für die angeblichen Erfolge der Corona-Impfstoffe ausschlaggebend gewesen seien. Tatsächlich ist genau das Gegenteil der Fall: Die rasche Entwicklung der Corona-Impfstoffe ist der jüngste Beweis dafür, wie ineffizient und unnötig Tierversuche sind. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche fordert einen Paradigmenwechsel zugunsten humanrelevanter, tierversuchsfreier Methoden, damit die Entwicklung wichtiger Medikamente und Impfstoffe zukünftig schneller, sicherer und zuverlässiger erfolgen kann. … weiterlesen

Überflüssige Affenstudien zu Corona-Impfstoffen

In den USA wollen Primatenforscher Hunderte Affen opfern

Bericht: Ärzte gegen Tierversuche e.V.

Primatenforscher in den USA haben sich zusammengeschlossen, um ein fragwürdiges Projekt ins Leben zu rufen. Sie wollen potenzielle Impfstoffe gegen COVID-19, die aktuell bereits am Menschen getestet werden, nun auch in einer groß angelegten Vergleichsstudie mit Affen untersuchen. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche kritisiert dieses Vorhaben, bei dem mehrere Hundert Affen leidvollen Versuchen ausgesetzt würden.

Zehn der vielversprechendsten COVID-19-Impfstoffkandidaten, die bereits in groß angelegten Humanstudien getestet werden, wollen US-amerikanische Primatenforscher nun auch parallel dazu in Affenstudien untersuchen. Die Forscher argumentieren, dass über die Humanstudien die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe nicht ausreichend beurteilt werden könne. Affenstudien seien nötig, um Wirkweise und Nebenwirkungen besser beurteilen zu können.

„Es ist selbstverständlich, dass es kein besseres Forschungsmodell für den Menschen gibt, als den Menschen selbst. Nicht ohne Grund sind bei der Medikamentenentwicklung die klinischen Testungen an menschlichen Probanden die letzte Phase vor der Zulassung“, sagt Dr. Tamara Zietek, Wissenschaftskoordinatorin bei Ärzte gegen Tierversuche. „Die Argumentation der Primatenforscher, Daten aus Humanstudien zu COVID-19-Impfstoffen seien nun nicht zuverlässig genug und müssten durch Affenstudien ergänzt oder bestätigt werden, ist daher nicht nachvollziehbar. Die Vermutung liegt nahe, dass hier eigenes Forschungsinteresse und die Akquise von Forschungsgeldern im Vordergrund stehen.“ … weiterlesen