„Tierzahlen müssen reduziert werden“

VIER PFOTEN zum Bericht des Weltklimarats (IPCC)

Hamburg – Der Weltklimarat (IPCC) hat am 28.2.22 einen alarmierenden Bericht über die Folgen der Klimakrise veröffentlicht und sendet eine dringliche Botschaft aus: Die Auswirkungen extremer Wetterereignisse sind demnach häufiger und heftiger als je zuvor. Das Zeitfenster, in dem eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft für alle gesichert werden könne, schließe sich. 
Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN verweist zu diesem Anlass erneut auf den dramatischen Einfluss der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf das Klima und fordert alle Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft auf, nachhaltige Ernährungssysteme auf die globale Agenda zu setzen, um die Zahl der sogenannten Nutztiere zu senken. 

Die tierische Landwirtschaft ist mit rund 17 Prozent an weltweiten Treibhausgasemissionen einer der größten Verursacher der Klimakrise. Und sie ist aufgrund des immensen Flächenverbrauchs auch einer der größten Treiber für die Zerstörung von Ökosystemen.
Die neue Bundesregierung hat bereits Handlungsbereitschaft signalisiert: Sowohl in der Eröffnungsbilanz des Wirtschafts- und Klimaschutzministers Robert Habeck als auch in der Debatte um den Umbau der Tierhaltung, spielt die Reduktion der Tierzahlen im Sinne des Tier- und Klimaschutzes eine konkrete Rolle. Deutschland muss diesen Weg nun entschieden voranschreiten, auch im Hinblick einer Signalwirkung im europäischen und globalen Kontext. Es braucht ein klares Bekenntnis für eine drastische Reduktion der Tierzahlen und die Förderung eines pflanzlichen, nachhaltigen Ernährungssystems.

Josef Pfabigan, Vorstandsvorsitzender von VIER PFOTEN: „Der aktuelle Bericht des Weltklimarats macht deutlich: Um die Klimakrise zu lösen und die Emissionen zu senken, sind grundlegende Veränderungen dringend nötig. Die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Tierhaltung als einer der Haupttreiber des Klimanotstands wurden zu lange ignoriert. Vor allem die industrielle Tierhaltung ist aus Tierschutzsicht und in Hinblick auf die verursachten Emissionen katastrophal. Die Zahl der für die Fleischproduktion gehaltenen Tiere muss drastisch reduziert werden. Die Regierungen und die Lebensmittelindustrie haben eine Führungsrolle, die sie wahrnehmen müssen, damit Verbraucherinnen und Verbraucher folgen können. Es ist höchste Zeit zu handeln“. 

Dr. Martina Stephany, Direktorin für Nutztiere und Ernährung bei VIER PFOTEN: „Wir haben alle Hände voll zu tun, um diese vom Menschen verursachte Katastrophe zu verhindern. Der neue IPCC-Bericht zeigt deutlich, dass die Risiken und Auswirkungen der Klimakrise auf Mensch und Natur größer und gravierender sind, als bisher angenommen. Wir müssen uns auf globale Nahrungsmittelsysteme mit mehr pflanzlicher Ernährung zubewegen, die vor allem auch einen besseren Schutz für Milliarden von Tieren sicherstellen, die in dieser Industrie leben. Eine Begrenzung der Tierproduktion würde nicht nur die Emissionen und die Umweltverschmutzung verringern, sondern auch den Flächenverbrauch für den Anbau von Futtermitteln deutlich reduzieren. Der freigewordene Platz könnte für die Wiederherstellung von Ökosystemen wie Wäldern genutzt werden – eine der natürlichen Lösungen gegen die Klimakrise. Wir appellieren an alle politischen Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen sowie die Lebensmittelindustrie, die Fakten nicht länger zu ignorieren und mit allen Mitteln eine pflanzliche Ernährung und eine tierfreundlichere, ökologische Landwirtschaft zu unterstützen.“ 

Hintergrund 
Der Sechste Bericht (AR6) des IPCC berät politische Entscheidungsträger:innen, über die neuesten Erkenntnisse zu allen Aspekten des Klimawandels. Er kommt zu dem Schluss, dass die derzeitige Politik und die Maßnahmen von Regierungen und Industrie bei weitem nicht ausreichen, um den katastrophalen Klimawandel aufzuhalten. Die Arbeitsgruppe I ist für die physikalischen Grundlagen zuständig, die Arbeitsgruppe II befasst sich mit den Auswirkungen und die Arbeitsgruppe III mit der Eindämmung des Klimawandels. An dem AR6 sind 721 Experten aus 90 Ländern beteiligt. Der Abschlussbericht wird im Oktober 2022 veröffentlicht.


28.2.2022
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
www.vier-pfoten.de
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