Hoi An verbietet als erste Stadt in Vietnam Hunde- und Katzenfleisch

VIER PFOTEN begrüßt die Maßnahmen zum Schutz von Hunden, Katzen und Menschen

Hamburg, 10. Dezember 2021 – Die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN hat in Vietnam an einem historischen Abkommen mitgewirkt: Das Volkskomitee der Touristenstadt Hoi An hat eine Absichtserklärung unterzeichnet, um dort den um den Handel von Hunde- und Katzenfleisch zu verbieten.

Hoi An ist eine beliebte Urlaubsdestination in Zentral-Vietnam, die bei Tourist:innen vor allem für ihre antike Stadt bekannt ist, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Es ist das erste Mal, dass eine vietnamesische Stadt so umfassende Maßnahmen ergreift, um den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch zu beenden. Die Vereinbarung gilt zunächst für zwei Jahre und wird Ende 2021 in Kraft treten.

Thai Binh, Vietnam | 2020 03 – 2021 08 | Thai Binh slaughterhouse in Vietnam. ©Vier Pfoten

VIER PFOTEN arbeitet bereits seit mehr als einem Jahr mit dem Volkskomitee von Hoi An zusammen, nachdem die Stadt Interesse an der Ausrottung der Tollwut, verbessertem Tierschutz und der Förderung der Stadt als Tourismusziel bekundet hatte. Julie Sanders, Direktorin der Abteilung für Heimtiere bei VIER PFOTEN: „Dies ist ein entscheidender Moment für die Region und ganz Vietnam. Jedes Jahr werden in Vietnam mehr als fünf Millionen Hunde und eine Million Katzen gehandelt und für ihr Fleisch geschlachtet, was nicht nur für den Tierschutz dramatisch ist, sondern auch die öffentliche Gesundheit gefährdet. Hoi An ist ein Beispiel, dem andere Städte in ganz Vietnam folgen sollten.“

Nguyen The Hung, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees der Stadt Hoi An, sagt: „Der Tierschutz ist sowohl für internationale als auch für einheimische Touristen sehr wichtig. Vor allem, da Haustiere in Vietnam zunehmend als Familienmitglieder angesehen werden. Als beliebtes Reiseziel wollen wir den Tierschutz durch die Ausrottung der Tollwut und die Einstellung des Handels mit Hunde- und Katzenfleisch fördern und die Stadt zu einem erstklassigen Reiseziel machen.“

Auch DISCOVA, Spezialist für Reisen in Südostasien, begrüßt das Abkommen, das demnach nicht nur Vorteile für die Stadt Hoi An bietet, sondern auch für den Tourismus in ganz Vietnam. „Wir begrüßen die Maßnahmen des Volkskomitees von Hoi An, den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch zu beenden, damit die Stadt als Reiseziel noch mehr an Attraktivität gewinnt. DISCOVA ist entschlossen, Menschen als auch Tiere vor gesundheitlichen Gefahren zu schützen, was der Kern der heute unterzeichneten Absichtserklärung ist. Wir gratulieren VIER PFOTEN zu ihrem Engagement für den Tierschutz und freuen uns auf den Tag, an dem in ganz Vietnam der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch der Vergangenheit angehören wird.“

Worum geht es in der Absichtserklärung genau?
Um sein Image als tierfreundliches Reiseziel zu fördern, ist das Hoi An Agriculture Technical Center daran interessiert, die erste touristenfreundliche Stadt Vietnams ohne Hunde- und Katzenfleischhandel zu schaffen. Dafür werden Maßnahmen zur Ausrottung der Tollwut durch Impfungen ergriffen, Sterilisationsdienste für Tiere angeboten und Gesetze und Vorschriften durchgesetzt, um den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch und damit verbundene Aktivitäten zu unterbinden. Das Volkskomitee von Hoi An ist sich bewusst, dass die Ausrottung der Tollwut nicht möglich ist, ohne den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch zu bekämpfen. Zu den weiteren Aktivitäten, die in dieser Absichtserklärung vorgesehen sind, gehören eine lokale Aufklärungskampagne und die Rettung von Tieren aus dem Hunde- und Katzenfleischhandel.

Großteil der vietnamesischen Bevölkerung für ein generelles Verbot
Das Abkommen kann außerdem helfen, künftige Pandemien zu verhindern. Etwa 75 Prozent der neuen Infektionskrankheiten sind zoonotischen Ursprungs, also vom Tier auf den Menschen übergesprungen. VIER PFOTEN setzt sich in enger Zusammenarbeit mit Regierungsbehörden in der Region für ein Verbot des Handels von Hunde- und Katzenfleisch ein, da es sich hierbei um extreme Tierquälerei handelt und die öffentliche Gesundheit durch Tollwut und die Verbreitung von Zoonosen gefährdet ist.

Die jüngsten Entwicklungen werden als ein entscheidender Wendepunkt für den Tierschutz in der Region angesehen. Trotz des zügellosen Handels mit Hunde- und Katzenfleisch in Vietnam hat eine von VIER PFOTEN durchgeführte Marktforschung gezeigt, dass nur 6,3 Prozent der Vietnames:innen Hunde- oder Katzenfleisch konsumieren und dass 88 Prozent der Bevölkerung ein Verbot des Verkaufs von Hunde- und Katzenfleisch durch die Regierung unterstützen.

Hintergrundinformation
In Vietnam werden jedes Jahr sechs Millionen Haustiere aus ihren Häusern und Gemeinschaften gestohlen. Dies ist nicht nur für die Tierhalter:innen vor Ort verheerend, sondern stellt auch ein Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Gift, darunter auch Strychnin-Köder, wird häufig verwendet, um Hunde ruhig zu stellen und ihre Gefangennahme zu erleichtern. Anfang dieses Jahres starb ein junges Mädchen in Vietnam, nachdem es einen Giftköder mit einem Lutscher verwechselt hatte.  Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch beeinträchtigt auch das internationale Ansehen und wird von Interessengruppen in ganz Asien auch aus Gründen der öffentlichen Gesundheit und des Tierschutzes zunehmend abgelehnt.


10.12.2021
VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz
www.vier-pfoten.de 

Tagged , .Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.