Offener Brief an die EU: Kosmetik muss tierversuchsfrei bleiben

Bericht: Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

Seit 2013 gilt in der EU ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Seitdem dürfen entsprechende Versuche weder durchgeführt noch mit entsprechenden Produkten gehandelt werden. Doch dieser Meilenstein für den Tierschutz ist jetzt in Gefahr. Unter dem Deckmantel der REACH-Verordnung sollen mehrere kosmetische Inhaltsstoffe trotz des Verbots an Tieren getestet werden. Um dies zu verhindern, hat ein breites Bündnis aus Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen sowie über 450 tierversuchsfreie Kosmetikunternehmen heute einen offenen Brief an mehrere EU-Institutionen geschickt. In diesem fordern sie, das wegweisende Verbot für Kosmetik-Tierversuche einzuhalten.

Heute haben der Bundesverband Menschen für Tierrechte, viele weitere nationale und internationale Organisationen und über 450 tierversuchsfreie Kosmetikunternehmen einen Offenen Brief an EU-Parlament, EU-Kommission und den Europäischen Rat geschickt. In diesem fordern sie die EU-Institutionen auf, die EU-Kosmetikrichtlinie einzuhalten. Die Richtlinie verbietet seit 2013 Tierversuche für Kosmetika sowie die Vermarktung von an Tieren getesteten kosmetischen Produkten und Inhaltsstoffen. Die Richtlinie galt und gilt weltweit als Vorbild für die Gewährleistung der Konsumentensicherheit ohne den Einsatz von Tieren.

Kosmetische Inhaltsstoffe sollen an Tieren getestet werden
In dem Schreiben werden die Europäische Kommission und die Europäische Chemikalienagentur angeklagt, diese wegweisende Richtlinie zu untergraben. Hintergrund ist, dass unter dem Deckmantel der EU-Chemikalienverordnung „REACH“ mehrere weit verbreitete kosmetische Inhaltsstoffe dennoch an Tieren getestet werden sollen. Dies würde dazu führen, dass beispielsweise Ratten und Kaninchen, einschließlich trächtiger Tiere, in belastenden Tests dazu gezwungen werden, kosmetische Inhaltsstoffe aufzunehmen, um danach getötet und seziert zu werden.

Muss bleiben: Verbot von Tierversuchen für Kosmetik
„Schönheitsprodukte und ihre Inhaltsstoffe an Tieren zu testen, ist völlig inakzeptabel und längst überholt“, sagt Dr. Dr. Stefanie Schindler, Fachreferentin für tierversuchsfreie Verfahren beim Bundesverband Menschen für Tierrechte. „Die Tierschutzorganisationen haben zusammen mit vielen EU- Bürgerinnen und -Bürgern sowie EU-Abgeordneten lange und hart für das weltweit vorbildliche Verbot von Tierversuchen für Kosmetik gekämpft. Es darf nicht hingenommen werden, dass dieser Meilenstein für den Tierschutz nun durch die Hintertür zunichte gemacht wird!“, kritisiert die Tierärztin.

Wie in dem Brief erwähnt, geht der Trend weg vom Tierversuch. Im Jahr 2018 forderte das EU-Parlament ein weltweites Verbot von Tierversuchen für die Körperpflege (1). 84 Prozent der Befragten einer aktuellen weltweiten Umfrage gaben an, dass sie kein Kosmetikprodukt kaufen würden, das an Tieren getestet wurde (2).

Hier können Sie den Offenen Brief in englischer Sprache als PDF abrufen.

(1) https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20180426IPR02613/tierversuche-fur-kosmetika-abgeordnete-fordern-weltweites-verbot
(2) Research confirms public desire for alternatives to using animals in research – Frame


2.12.2020
Christina Ledermann
Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
www.tierrechte.de

 

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