Mit Breher wird der Posten der Bundestierschutzbeauftragten zur Lobbybühne der Agrarindustrie

Nach Medienberichten soll Silvia Breher (CDU), derzeit Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium und frühere Geschäftsführerin eines Kreislandvolkverbandes, neue Tierschutzbeauftragte des BMELH werden.

„Mit dieser Personalie ist klar: Geschützt werden zukünftig nicht die Tiere, sondern die Tierindustrie und deren Akteure. Die Bundesregierung macht den Posten damit zum politisch gesteuerten Placebo, kritisiert Dr. Claudia Preuß-Ueberschär vom Tierschutznetzwerk Kräfte bündeln. Man ist sich in dieser Regierung wirklich für nichts zu schade.“

Wer Breher kennt, weiß: Einen notwendigen grundlegenden Kurswechsel in der Agrar- und Ernährungspolitik kann man nicht erwarten. Breher steht politisch eng an der Seite der Nutztierindustrie – in einer Region, die zu den größten Zentren der industriellen Tierhaltung in Europa zählt. Ihre bisherige Rhetorik folgt vielmehr dem üblichen Muster: kosmetische Verbesserungen innerhalb des bestehenden Systems, statt die systemische Ausbeutung und Tötung von Milliarden Tieren infrage zu stellen.

Der Begriff „Tierwohl“ dient hier als politisches Feigenblatt und ist ein klassisches Beispiel für Welfare Washing. Er verharmlost die Realität industrieller Tierhaltung und verschiebt den Fokus von dringend nötigen Maßnahmen – wie der massiven Reduktion von Tierbeständen, der Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährungssysteme und der Förderung alternativer Wertschöpfung – hin zu Stallumbauten, Technikförderung und Labelprogrammen, die das Grundproblem unangetastet lassen. Ehrliche und seriöse Tierschutzpolitik müsste den Staatszielauftrag aus Artikel 20a Grundgesetz ernst nehmen, der die Verantwortung des Staates für den Schutz der Tiere klar benennt. Das erfordert eine Abkehr von einer wachstumsgetriebenen Tierindustrie hin zu einem zukunftsfähigen, pflanzenbasierten Ernährungssystem, das Klima, Umwelt und Gesundheit gleichermaßen schützt. … weiterlesen

Petition: Rettet das Amt der Bundestierschutzbeauftragten!

Die Petition wurde von Elena Iva Cujic gestartet und ist an das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gerichtet

Die Forderung lautet:
Die amtierende TierschutzbeauftragteAriane Kari hat nur noch bis Ende Mai einen Vertrag. Der bisherige Vorsitzende des Agrarausschusses Hermann Färber (CDU) will das Amt der Bundestierschutzbeauftragten jetzt streichen.

Lasst uns das nicht hinnehmen!
In einer Zeit, in der das System Tierheime und Tierschutz zusammenbricht, der Welpenhandel boomt und landwirtschaftliche Tierhaltung unter massiver Kritik steht, will man das einzige bundesweite Tierschutzamt streichenDas ist absurd und ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich täglich für Tiere stark machen. 

Mein Name ist Elena Iva Cujic. Als Gründerin der Initiative Anti Puppy Milling Mafia unter dem Dach der Elena Iva Foundation erlebe ich tagtäglich die Folgen der laschen Tierschutzgesetze in Deutschland. 
Ich kämpfe seit Jahren gegen illegalen Welpenhandel, für ein gesünderes Bild des Hundes in unserer Gesellschaft und die Hunde, die in Deutschland getötet werden sollen, weil Platz und Verständnis fehlen. Für Hunde, die auffällig werden, weil sie nicht gesehen und gehört werden.

Mit der Bundestierschutzbeauftragten war wenigstens die Chance auf eine Verbündete in der Bundesregierung gegeben. Ein Schimmer der Hoffnung.  Mit der Streichung des Amtes rückt die dringend überfällige Überarbeitung des Tierschutzgesetzes in weite Ferne. Die Tiere sind der Spiegel unserer Gesellschaft, soll dieses Versagen und diese Grausamkeit wirklich unser Spiegelbild sein? 

Dazu kommt: Mit Alois Rainer steht nun ein Mann an der Spitze des Landwirtschaftsministeriums, der sich in der Vergangenheit gegen eine höhere Mehrwertsteuer auf Fleisch ausgesprochen hat. Er hält Langstreckentransporte von Tieren in bestimmten Fällen für notwendig – und bezeichnet die Anbindehaltung von Rindern sogar als eine hervorragende Haltungsform.

Die alleinige Verantwortung für Tierschutz in einem Bundesministerium zu belassen, dessen Hauptfokus auf der Förderung landwirtschaftlicher Interessen liegt, ist grotesk und ein gesichertes Urteil für noch mehr Leid!
Ohne die Bundestierschutzbeauftragte bricht ein zentrales Element der Tierschutzpolitik weg. Die von ihr ins Leben gerufene Initiative zur Rettung der Tierheime hätte keine Chance! Und was bleibt dann? Noch mehr Leid. Noch mehr Stillstand. Noch mehr Ignoranz.

Wir appellieren an die Bundesregierung:
Verlängern Sie den Vertrag der Bundestierschutzbeauftragten. Erhalten Sie dieses Amt. Senden Sie ein klares Signal: Tierschutz ist keine Nebensache. Er ist ein Grundwert und gesetztes Staatsziel. 

Lasst uns lauter Schreien, damit das Stille Leid der Tiere nicht hingenommen und sogar noch gefördert wird.
Lasst uns in dieser Sache zusammenstehen und unter Beweis stellen, dass wir es besser machen können. Für die Tiere. Für uns. 

Wir fordern: Das Amt der Bundestierschutzbeauftragten muss erhalten bleiben – jetzt!“
(Quelle: https://innn.it/bundestierschutzbeauftragte)

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Bayerns Tiere brauchen eine Stimme!

Die bayerische ÖDP startet eine landesweite Petition zur Berufung eines/einer Tierschutzbeauftragten der Staatsregierung. Diese neue Position soll Impulsgeber und zentrale Anlaufstelle rund um alle Fragen des Tierschutzes sein. Mit der Initiative „Bayerns Tiere brauchen eine Stimme“ will die ÖDP-Landesvorsitzende und Tierärztin Agnes Becker Ministerpräsident Markus Söder dazu „animieren, den Schutz unserer Mitgeschöpfe ernst zu nehmen und zu stärken“. … weiterlesen