Bundestag beschließt Fristverlängerung für betäubungslose Ferkelkastration

Mitteilung: Vier Pfoten e.V.

Der Bundestag hat gestern Abend, 29.11.2018, für eine Fristverlängerung der betäubungslosen Ferkelkastration gestimmt. VIER PFOTEN kritisiert, dass diese Entscheidung den Tierschutz in Deutschland um zwei Jahre zurückwirft. Die extrem schmerzhafte Praxis sollte eigentlich ab 1. Januar 2019 per Gesetz verboten werden.

Rüdiger Jürgensen, Country Director von VIER PFOTEN Deutschland: „Die große Koalition hat sich mit Verlängerung dieser barbarischen Praxis ein Armutszeugnis ausgestellt. Es gibt längst marktgängige und praktikable Alternativen, die Entscheidung ist deshalb unverständlich.“

Lebensmitteleinzelhandel ist offen für Alternativen
Das Argument der Regierungskoalition, die Alternativmethoden seien für die Ferkelerzeuger nicht einsetzbar, ist laut VIER PFOTEN falsch. Einige Einzelhandelsketten haben bereits öffentlich bekannt gegeben, Fleisch von gegen Ebergeruch geimpften Schweinen abzunehmen. Diese Methode wird vom Friedrich-Löffler-Institut sowie der Universität Hohenheim als tierschutzfachlich bester Weg empfohlen. Aldi Süd und Aldi Nord haben in ihrer Einkaufspolitik veröffentlicht, dass sie für das Frischfleischsegment ausschließlich Fleisch von unkastrierten Tieren akzeptieren. Edeka Südwest, Penny und Rewe setzen sich für die Ebermast mit und ohne Impfung gegen Ebergeruch ein. Und auch Lidl und Kaufland haben zumindest in ihren Haltungskennzeichnungssystemen angegeben, ab Stufe 2 Fleisch aus der Ebermast zu bevorzugen. In Deutschland gibt es die Mittel und die Infrastruktur, die es ab dem 1.1.2019 den Landwirten ermöglichen, auf eine der Alternativmethoden zurückzugreifen.  

Der „vierte Weg“ führt in die Irre
Den sogenannten „vierten Weg“ lehnt VIER PFOTEN ab. Die im Tierschutzgesetz festgeschriebene „wirksame Schmerzausschaltung“ ist hier nicht gegeben. Beim „vierten Weg“ wird die Kastration nur unter Lokalbetäubung durchgeführt und ist äußerst schmerzhaft für die Tiere. Besonders qualvoll ist auch die Applikation selbst: bis zu vier Spritzen werden direkt in die Hoden der Ferkel gesetzt. Dieses Verfahren wird auch von der Tierärzteschaft abgelehnt. 

Weitere Informationen zu Alternativmethoden bei der Ferkelkastration finden Sie hier:
https://www.vier-pfoten.de/kampagnen-themen/themen/schweine-haltung/alternativmethoden-ferkelkastration


Mitteilung v. 30.11.2018
Vier Pfoten e.V.
www.vier-pfoten.de

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