Wildtiere im Zirkus machen keinen Spaß

Mitteilung: Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT)

10. März 2016, Bundesverband Tierschutz e.V. (BVT) Berlin. Circus Busch hat heute in Berlin Premiere. Mit Elefanten, Kamelen, Pferden und weiteren Tierarten gastiert der Zirkus bis zum 3. April in Pankow am ehemaligen Güterbahnhof. Während Zehlendorf als erster Bezirk in Berlin angekündigt hat, Zirkusunternehmen mit Wildtieren keine Flächen mehr zur Verfügung zu stellen, hatte Pankow diese Möglichkeit nicht. Circus Busch steht auf einem privaten Gelände.

„Diese Gastspiele sind in Wahrheit Trauerspiele „, kritisiert Dr. Jörg Styrie. „Hätte der Berliner Senat schon vor Jahren ein berlinweites Verbot für Zirkusse mit Wildtieren durchgesetzt, müssten wir nicht jedes Jahr wieder zahlreichen Zirkusunternehmen Raum für ihre entwürdigenden Darbietungen mit Tieren geben.“

Wenn schon die jeweiligen Bundesregierungen seit 2003 beim Thema Wildtierverbot in Zirkussen einzig durch ihre Blockadehaltung auffallen, hätten zumindest Berlin mit gutem Beispiel vorangehen können, kritisiert der BVT-Geschäftsführer.  In vielen europäischen Mitgliedsstaaten dürfen Zirkusunternehmen keine Wildtiere mehr mit sich führen. Warum tut sich Deutschland mit einem Verbot so schwer?

2003 hatte Hessen eine Bundesratsinitiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestartet. 2011 folgte der zweite Vorstoß aus Hamburg, dem sich die meisten Bundesländer anschlossen. Im Februar dieses Jahres unternahm Hessen abermals einen Versuch, bestimmte Wildtierarten im Zirkus bundesweit verbieten zu lassen. Und dieser erneuten  Bundesratsinitiative will sich dem Vernehmen nach wohl nun auch der Berliner Senat anschließen.

Weil die Regierungskoalition dem Bundesratsbeschluss der Länder in der Vergangenheit nicht nachkam, gehen die Kommunen und Städte seit langem eigene Wege: Sie verweigern den Zirkusunternehmen, wie es nun auch das Bezirksparlament in Zehlendorf beschlossen hat,  die Auftritts-Genehmigung in ihrem Zuständigkeitsbereich.

Umfragen zufolge lehnt ein Großteil der Bevölkerung die Zurschaustellung von Wildtieren in Zirkussen ab. „Das zeigt“, sagt Dr. Jörg Styrie, „dass die Bürger bei diesem Tierschutzproblem viel konsequenter denken als die Regierungskoalition.“ Und bis die Regierungskoalition vielleicht doch eines Tages die gesetzliche Grundlage für ein Wildtierverbot in Zirkusunternehmen schafft, ist jeder Einzelne gefragt. „Besuchen Sie keinen Zirkus, der mit Tieren reist, und wirken Sie auf Ihren Bezirk ein, Zirkussen mit Wildtieren keine Flächen zu vermieten. Gleiches gilt für die Schule Ihrer Kinder: Lehnen Sie Projekte und Freikarten ab, die Zirkusse den Schulen anbieten“, rät der BVT-Geschäftsführer.

Pressemitteilung v. 10.3.2016
Bundesverband Tierschutz e.V.
bv-tierschutz.de

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