Videoüberwachung in Schlachthöfen wird verpflichtend

Stellungnahme des Tierschutznetzwerks Kräfte bündeln zur Videoüberwachung in Schlachthöfen
Der große Wurf oder doch eher Symbolpolitik?

Bericht: Menschen für Tierrechte

Die anhaltende Debatte um Videoüberwachung in Schlachthöfen ist vor allem ein Symptom politischen Versagens. Schlachthöfe sind sensible Bereiche. Seit Jahren werden gravierende Missstände und tierschutzrechtliche Verstöße in Schlachthöfen aufgedeckt und öffentlich gemacht. Das gilt für alle Bereiche – von der Anlieferung der Tiere über die Betäubung bis hin zur Schlachtung, d.h. bis zur eigentlichen Tötung durch Blutentzug. Auch beim reinen Umgang mit den Tieren kommt es regelmäßig zu Handlungen, die massiv gegen das Tierschutzgesetz bzw. gegen die Tierschutz -Schlachtverordnung verstoßen. Und dennoch weigern sich Landwirtschaftsministerinnen und Landwirtschaftsminister auf Bundes- und Landesebene bis heute, verbindliche und flächendeckende Konsequenzen zu ziehen. Offensichtlich trauen sich die politischen Entscheider nicht, gegen den massiven Druck der Fleischwirtschaftslobby Maßnahmen durchzusetzen. … weiterlesen

Tierschützer dokumentieren wie jedes Jahr das Leid der Pferde im Kölner Rosenmontagzug

Bericht: Netzwerk für Tiere Köln

Wie jedes Jahr wird auch in 2026 das Netzwerk für Tiere Köln das Leid der Pferde im Rosenmontagszug dokumentieren. An verschiedenen Stellen am Zugweg werden schon seit Jahren Foto,- und Filmaufnahmen der Reiter und der Pferde gemacht. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz werden zur Anzeige gebracht und bildhaft belegt, dass man sich nicht – wie vom Festkomitee und den Reitercorps immer behauptet wird – an die Leitlinien hält.

Dieses Jahr freut sich das Netzwerk für Tiere Köln über einen neuen Rekordwert an Unterstützern, die mithelfen wollen. Es werden Spenden gesammelt, damit Flyer, Banner etc. gedruckt werden können und das „Filmteam“ des Netzwerks ist auf eine beachtliche Zahl angewachsen.

„Schon 2025 waren wir begeistert, wie viel Zuspruch wir inzwischen bekommen und auch wie viel Bildmaterial uns über Social Media zugespielt wurde“, verrät Natalie Steffen, die seit 2017schon gegen den Einsatz der Pferde im Rosenmontagszug kämpft. „Wir bekamen auch Lob von Mitgliedern einer KG, die sogar selber mit einem großen Reitercorps unterwegs ist“, ergänzt Steffen noch.

Sie ist der festen Überzeugung, dass das Thema immer weiter an Brisanz gewinnt und die Mehrheit der Jecken den Einsatz der Pferde immer kritischer sieht.

Besonders erfreut ist man in den Tierschutzreihen über das statement gegen Pferde im Karnevalsumzug von Jacques Tilly, dem bekanntesten Bildhauer und Karnevalswagenbauer, der mit seiner Aussage dem Großteil der Befragten einer Umfrage aus der Seele spricht.


11.2.2026
Netzwerk für Tiere Köln
www.tierschutzpartei.de

 

 

Historischer Meilenstein: EU-Parlament beschließt Ende von Tierversuchen für Reinigungsmittel

Hersteller müssen tierversuchsfreie Tests anwenden

Das Europäische Parlament hat einen entscheidenden Sieg für den Tierschutz und die moderne Wissenschaft errungen. Mit der am 20.01.2026 verabschiedeten Überarbeitung der EU-Detergenzienverordnung wird ein umfassendes Verbot von Tierversuchen für Wasch- und Reinigungsmittel sowie deren Inhaltsstoffe eingeführt. Der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT) begrüßt diesen Schritt als längst überfälligen Systemwechsel hin zu einer sicheren, humanrelevanten Testung.

Bisher mussten unzählige Tiere in qualvollen Tests für die Zulassung von Haushaltschemikalien leiden. Das neue Verbot stellt sicher, dass für Endprodukte ab 2029 keine Tierversuche mehr durchgeführt werden dürfen. Besonders bedeutsam: Auch für einzelne Inhaltsstoffe gilt nun das strikte Gebot, auf tierversuchsfreie Methoden zurückzugreifen – ein Prinzip, das den Weg für eine vollständig tierfreie Sicherheitsbewertung ebnet. … weiterlesen

Wie Lichtverschmutzung die Orientierung von Nachtfaltern stört

Bericht: Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Nachtfalter sind von Lichtverschmutzung bedroht. Jacqueline Degen von der Universität Oldenburg will die Mechanismen dahinter entschlüsseln. Für ihr Projekt „Lightstar“ erhält sie einen renommierten Starting Grant der EU in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Taubenschwänzchen – Bild von Jürgen auf Pixabay

Nachtfalter sind von zunehmender Lichtverschmutzung bedroht: Straßenlaternen, beleuchtete Städte und Siedlungen stören die Orientierung der nachtaktiven Insekten und reduzieren damit ihre Paarungsaussichten. Welche Mechanismen dahinterliegen, ist Forschenden bislang in großen Teilen rätselhaft. Das Projekt „Lightstar“ will diese entschlüsseln. „Wir wollen eine aussagekräftigere Datengrundlage zum Verhalten von Nachtfaltern bei Lichtverschmutzung schaffen“, sagt Projektleiterin Dr. Jacqueline Degen. Für ihre Forschung an der Universität Oldenburg hat die Biologin eine hochkarätige Förderung eingeworben: einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC) in Höhe von 1,5 Millionen Euro über fünf Jahre. … weiterlesen

Bund plant eigenes Gesetz für Tierversuche – Tierrechtsbündnis mahnt vor Herabsenkung des Schutzstatus

Nein zum geplanten Tierversuchsgesetz

Die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT), Ärzte gegen Tierversuche (ÄgT), der Deutsche Tierschutzbund, der Bundesverband Menschen für Tierrechte, Menschen für Tierrechte Baden-Württemberg, der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) und die Tierrechtsorganisation PETA haben die Bundesregierung schriftlich aufgefordert*, von einem eigenständigen Gesetz für „wissenschaftliche Tierversuche“ abzusehen. Eine Abkopplung vom Tierschutzgesetz könnte den Status der Tiere deutlich schwächen und damit gegen geltendes Verfassungsrecht verstoßen, warnen die Verbände. Sie fordern zudem eine Anhörung und Stellungnahme zur aktuellen Rechtslage und empfehlen statt des Gesetzerlasses eine Aktualisierung der veralteten Allgemeinen Verwaltungsvorschrift, welche schneller und zudem rechtssicher umsetzbar sei, während der bestehende Schutzstatus der Tiere erhalten bliebe.

Bericht: Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.

„Wir befürchten, dass mit diesem Gesetz der Individualtierschutz sogenannter Versuchstiere im Namen einer ‚Entbürokratisierung‘ weiter reduziert werden soll. Das wäre nicht nur eklatant unzeitgemäß, sondern ein Verfassungsbruch mit Ankündigung“, erklärt das Tierrechtsbündnis. … weiterlesen

Wie ernähren sich Korallen? Energiezufuhr aus direkt aufgenommener Nahrung bislang unterschätzt

Bericht: Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Korallen beziehen Energie auf zwei Wegen: Zum einen durch Photosynthese ihrer symbiotischen Algen, zum anderen, indem sie kleine Nahrungspartikel wie Plankton direkt aus dem Wasser aufnehmen. Diese Form der Ernährung wird in der Fachsprache „Heterotrophie“ genannt. In einer Studie im Fachjournal Communications Biology zeigt ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Bremer Wissenschaftlerin Marleen Stuhr (ZMT), dass der Beitrag der heterotrophen Nahrungsaufnahme zur Energiegewinnung bei Korallen bisher oft deutlich unterschätzt wurde. Der Grund dafür liegt in den gängigen Messmethoden.

Korallenriffe dienen Millionen Menschen als Lebensgrundlage – sei es durch Fischerei, Küstenschutz oder Tourismus. Doch die Klimakrise macht Korallenriffen weltweit zu schaffen. Kürzlich legten wissenschaftliche Berichte wie der Global Tipping Points Report nahe, dass diese wichtigen Ökosysteme bald einen Kipppunkt erreicht haben. … weiterlesen